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Der Schusterjunge

Umbruchfehler, Findelkind, Waisenkind

Willkommen in der Welt des typografischen «Schusterjunge» – ein Ausdruck aus vergangenen Zeiten des materiellen Schriftsatzes, der einen Fehler im Umbruch eines Schriftsatzes beschreibt und auf interessante Etymologie zurückblickt

Ein «Schusterjunge» ist ein Fachausdruck aus der Welt des Schriftsatzes, der auf Fehler im Umbruch von Texten hinweist. Es handelt sich um einen Umbruchfehler, bei dem die erste Zeile eines Absatzes irrtümlich als einzelne Zeile am Ende der vorangehenden Kolumne oder Seite steht.

Der Begriff «Schusterjunge» stammt aus der Zeit des materiellen Schriftsatzes, als Schriftsetzer und Drucker mit physischen Drucktypen aus Metall, Holz oder Kunststoff arbeiteten. Ein solcher Fehler im Schriftsatz stört den Lesefluss erheblich und gilt als ästhetisch unvorteilhaft.

Die korrekte Satzregel besagt, dass die erste Zeile eines Absatzes oder die Headline niemals alleine am Ende der vorangehenden Kolumne stehen sollte. Ähnliche Umbruchfehler sind die «Witwe» und das «Hurenkind» (auch als «Findelkind» bekannt).

Die Etymologie des Begriffs «Schusterjunge» ist interessant und könnte auf zwei mögliche Ursprünge zurückgehen. Eine Hypothese besagt, dass der Begriff mit dem Aufkommen einer spezifischen Fachsprache im 19. Jahrhundert entstand, um Schriftsetzern und Druckern leicht verständliche Begriffe für Umbruchfehler zu bieten. Eine andere Hypothese deutet darauf hin, dass der Begriff schon früher existierte und mit der Tradition verbunden ist, dass Schuster verwaiste Jungen als Lehrlinge aufnahmen. Diese Jungen wussten während ihrer Lehrzeit nicht, wohin sie nach Abschluss ihrer Ausbildung gehen sollten, wodurch ihre Zukunft ungewiss war.

In der heutigen Zeit können derartige Umbruchfehler in Textverarbeitungssoftware oder Desktop-Publishing-Programmen vermieden werden, indem man geeignete Formatierungsoptionen verwendet.

Gerne unterstütze ich Sie bei ihren Drucksachen dass solche Fehler nicht passieren.